KOOL SAVAS

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Kool Savas, bürgerlich Savas Yurderi, wurde 1975 in Aachen (nahe der niederländischen Grenze in NRW) geboren. Mit einem Jahr zog er mit seinen Eltern in die Türkei. Dort wurde jedoch sein Vater aus politischen Gründen gefangen genommen.

Seine Mutter und er waren auf sich alleine gestellt, daher setzten sie sich in einen Zug und reisten zu Savas Oma nach Aachen. Dort besuchte er die Grundschule und wuchs unbeschwert auf. Als sein Vater freigelassen wurde zogen sie nach Kreuzberg, wo Savas erstmal mit den neuen Leuten klar kommen musste.

In Berlin musste er zurück auf die Grundschule, da man in NRW bis zur fünften, in Berlin aber bis zur sechten Klasse in die Grundschule ging. Der Standard in Berlin war deutlich tiefer und so wurde er zu einem der Besten seiner Klasse.

Generell war Berlin rougher als das eher idyllische Aachen und er musste sich so andere Umgangstöne aneignen. 1989 begann er zu Rappen und zwar zuerst auf englisch. Auf deutsch stellte er um, als er in den USA war und seine amerikanischen Kollegen ihm gesagt haben, dass er auf deutsch besser rappt. Seine ersten deutschen Releases kamen unter dem Namen „Juks“ raus. Der bekannteste Track draus war „Blasen“.

Seit Mitte der 90er nennt er sich Kool Savas. 1997 versuchte er mit einem Tape, auf dem LMS/Schwule Rapper waren, an den Start zu kommen. Peter von Put da Needle Records bekam sein Tape in die Hand und war begeistert. Er meldete sich bei Savas und da er sowieso nach Aachen musste (wo Put da Needle herkommt), haben sie sich getroffen und Savas hat bei Pdntdr (Put da Needle to da Records) gesignt. Die ersten Releases waren unteranderem das legendäre „Ihr müsst noch üben“ Feature mit STF. 1999 erschien dann das erste Album „Hoes, Flows, Moneytoes“ zusammen mit Taktloss. Die beiden nannten sich „Westberlin Maskulin“ und wurden im Untergrund deutschlandweit bekannt. 2000 erschien dann das zweite „Westberlin Maskulin“ Album „Battlekingz“.

Während dieser Zeit baute Savas auch die Crew MOR (Masters of Rap) mit auf. Savas Durchbruch kam aber definitiv durch „King of Rap“, das auf dem Plattenpapst Sampler „Full House“ erschienen ist. Mit Lines wie „Ich hör nur Musik aus meiner Crew“ und „Ihr seid schwul wie Spax“, sorgte er für Aufsehen in der Szene und wurde bald das Streithema Nr.1. Seine Lyrics hat eine härte, die vorher kaum ein deutscher Rapper zu bieten hatte und definitiv keiner war damit so erfolgreich wie Savas.

Jedoch trennte er sich nach den beiden WBM Alben von Taktloss und konzentrierte sich auf das MOR Album, sowie einige Features.

Das MOR Album „N.L.P.“(Neurolinguistisch programmiert) erschien im April 2001 und erstrahlte frisch wie kaum ein anderes Album. Die Beats waren anders als alles, was man bis dahin auf einem Album gehört hatte und die Kombination der 9 war einmalig. Melbeatz als weiblicher Produzent und Fuat als erfolgreichster türkischer Rapper in Deutschland sind wohl die herausragendsten neben Savas gewesen.

Doch auch nach diesem Release hatte Savas wieder Stress mit seinem Umfeld. Er trennte sich ungefähr Zeitgleich von MOR und Pdntdr. Wie immer gab es dazu nicht viele Information, etwas Aufschluss gibt jedoch der Track „Track gegen Peter“ auf den Luniz „I got 5 on it“ Beat zusammen mit Germany, den ihr auch unter Downloads finden könnt.

Nach kurzer Zeit und vielen Features mit mehr oder weniger bekannten Künstlern aus Deutschland und Amerika fand Savas mit seiner Optik Crew, bestehend aus DJ Nicon, Eko Fresh, Ekos Freundin Valezka und Ex-MOR Mitglied und, mittlerweile auch Savas’ Ex-Freundin, Melbeatz ihr neues Zuhause beim Major Label BMG/Subword und gründete mit deren Unterstützung sein eigenes musikalisches Heim namens „Optik Records“, wofür Savas in den bekannten deutschen HipHop-Foren sehr verspottet wurde. "Der harte Porno-Rapper, der nie ein Blatt vor dem Mund nahm, geht jetzt beim Major Label Schwanz lutschen?" Savas aber lies sich kein Sand in die Augen streuen und machte sein Ding. Vier Wochen nach der ersten Single namens „Till ab Joe“ erschien dann auch endlich, sein jahrelang angekündigtes Debutalbum „Der beste Tag meines Lebens“, welches sofort auf Platz 6 (!) der Media Controll Charts einstieg. Es wurde komplett von Melbeatz produziert, wofür sie mit dem ersten Platz in der Rubrik „ProduzentIn National“ im HipHop-Magazin „Juice“ belohnt wurde. Ein großer Erfolg für das junge Label und den erfahrenen Künstler, der auf „Der beste Tag meines Lebens“ allerdings etwas sanftere Töne anschlägt. Nach zwei weiteren Singles und einer DVD, welche Performances, Videos und eine „Optik-Dokumentation“ beinhaltete, wurde das Projekt „Der beste Tag meines Lebens“ mit großem Erfolg abgeschlossen.

Nachdem DJ Nicon seine Mixtapes „Optische Elemente I“ und „Optische Elemente II“ über Optik releast hatte, hatten nur noch Valezka und Eko keinen Release, was sich aber bald ändern sollte. Mit der Unterstützung eines „Mel-Beats“ und dem Gesang seiner Freundin Valezka, kürte sich Eko mit seiner gleichnamigen EP zum „König von Deutschland“ und landete kurzerhand auf Platz 16. Dies jedoch war der Anfang vom Ende.

Auf Grund von „musikalischen Differenzen“ zwischen Eko und Savas, musste einer der beiden das Label verlassen und da dem einem das Label eben gehörte, musste der anderen von dannen ziehen - Eko. Valezka, die offensichtlich in dem Streit zwischen Savas und Eko beteiligt war, verlies ebenfalls, zusammen mit Eko, das Label. Nach der Trennung (wahrscheinlich das am häufigsten verwendete Wort in dieser Biographie) vermuteten viele, dass dies das Ende der „Optik-Ära“ wäre, doch falsch gedacht! Mit mehr oder weniger bekannten Acts wie Ercandize, SD und Spontan und talentierten Newcomern wie Caput und Amar verstärkte Savas nach und nach seine „Optik Army" neben Mel und Nicon wieder.

Allerdings hatte der Sommer 2003 auch seine schönen Seiten. Savas gewann nämlich in der Rubrik „HipHop national“ einen „Comet“ und setzte sich so gegen starke Konkurrenten wie u.a. Samy Deluxe und Massive Töne durch.

Der Ausklang des heißen und erfolgreichen Sommers versüßten uns DJ Katch, DJ Release, Illmat!c und Savas unter dem Crewnamen „Freunde der Sonne“ mit dem in 24 Stunden aufgenommenem Album „Nur noch 24 Stunden…“. Savas kam auf diese eher verrückte Idee, als er bei einer Radioshow zu Gast war und innerhalb der Sendezeit einen Track schreiben wollte. Als er einige Minuten nach Sendeschluss mit seinem Song fertig war kam ihm die Idee, dass wenn man für einen Track ungefähr eine halbe Stunde braucht es doch logisch ist, dass man in 24 Stunden ein gesamtes Album schreiben, produzieren und aufnehmen kann.

Aus der Idee wurde Ernst und somit entstand ein abwechslungsreiches Album, welches einen unterhaltungsvollen Illmat!c und einen „alten“ (=pornolyrischen) Savas vorzeigen konnte. Außerdem flog Savas, zusammen mit Azad, in die USA, um ein paar Beats für ihr kommendes Collabo-Album klar zu machen.

Nach einigen Mixtapebeiträgen u.a. bei Charnell und Samy Deluxe (!), war es Zeit die „Optik Army“ zu pushen. Zu Beginn des Jahres 2004, am 12.01. um genau zu sein, veröffentlichte Optik Records die EPs der Optiker Caput, Ercandize und SD. Eigentlich sollte sich auch der Name Azad in der Liste befinden, da dieser nach seiner Trennung von 3p ebenfalls eine EP über Optik releasen wollte. Da aber Azad in dem Augenblick einen Deal mit dem Major Label Universal/Urban abschloss, fiel der Release ins Wasser. Nichtsdestotrotz war der „Optik Day“ ein voller Erfolg und handelte den Dreien einen enormen Bekanntheitsgrad ein.

Nun war der King of Rap wieder am Zug und stellte innerhalb von zwei Wochen ein Remixalbum, mit dem Namen „Die besten Tage sind gezählt“, fertig. Die Platte verfügte über elf brandneue Tracks, sprich mit neuen Lyriks und neuen Beats, daher sollte man „Remixalbum“ nicht wortwörtlich verstehen. Anders wie beim Debutalbum, wurde das Album von verschieden Produzenten, wie z.B. DJ Nicon, Melbeatz, KutmastaKurt. Samy Deluxe (!) und auch Savas selbst produziert. Das Remixalbum wurde zusammen mit einem Best of, namens „Best of Kool Savas - Euer bester Freund“, veröffentlicht und sicherte sich auf Anhieb den 12. Platz der Media Controll Charts. Zwei Wochen später erschien das Mixtape „Kool Savas goes Hollywood“, auf dem Savas 8-16 Bars über Tracks wie „The Set Up“, „P.I.M.P.“, „Move Bitch“ und viele mehr spittet. Das Mixtape belegte in der Juice den ersten Platz der besten 10 Mixtapes von 2004 und Anfang 2005 und befand bzw. befindet sich schon Monatelang in den Shop-TopTen der wohl größten deutsche HipHop-Seite MZEE.com.

Dann stand endlich das nächste große Release im Hause Optik Records an; das erste Produceralbum von Deutschlands „Queen of Beats" Melbeatz! Für ihr Album „Rapper's Delight" (eine Anspielung auf den Klassiker der „Sugar Hill Gang", das vorher eigentlich „What's really good" heißen sollte) holte sich nicht nur die Rap-Elite aus Deutschland ins Boot, sondern auch diverse Topacts aus den USA, wie z.B. Kanye West, Mobb Deep und ODB. Vorher bastelte sie aber noch einen Remix für Ashanti's Single „Rain on me". Bei all den Highlights die das Album zu bieten haben sollte musste man sich natürlich als erste Single etwas ganz besonderes aussuchen. So verwunderte es auch nicht, dass man sich für den Track „OK!" entschied, ein Featuretrack mit Kool Savas und Samy Deluxe. Dieser Track war nicht nur ein Gipfeltreffen der wohl besten MCs in Deutschland, sondern sollte auch endlich den ganzen Gerüchten um einen angeblichen Beef ein Ende bereiten. „Mr. Deluxe" tat das mehr als deutlich: „Es heißt wir hätten Beef...begreift, dass das alles nur Scheiße is!"

Das Savas ein Arbeitstier ist bewies er danach wieder einmal auf's Neue, in dem er scheinbar nahezu unermüdlich Tracks und Features veröffentlichte. So war er u.a. auf der Single „Strugglin" von 3P-C.E.O. Moses Pelham und Illmat!c vertreten, fragte sich mit Italo Reno & Germany auf der Vorabsingle zu deren Album, wo die Bitch ihr Geld hat, veröffentlichte eine „Germany Edition" von Kutmasta Kurt's Album „Redneck Olympics" auf OR, gab sich die Ehre auf Jadakiss' Track „Why" einen Part zu rappen, rappte auf den Alben von J-Luv, Prinz Porno & Separate und blickte auf der ersten Royal Bunker DVD mit vielen alten Bekannten zurück auf die Anfangszeiten von ihm und Battleap aus der Hauptstadt.

Doch dann kam Eko zurück ans Tageslicht. Zuvor von ganz Rapdeutschland, wegen Pop-Eskapaden wie dem Collaboalbum mit Valezka „L.O.V.E. (=Life of Eko & Valezka)" oder den Ghostwriter-Tätigkeiten zusammen mit Dieter Bohlen für Popsternchen Yvonne Catterfeld, verachtet und mit missachtung gestraft, meldete er sich nun mit einem Rundumschlag zurück. Er schoss auf seinem Track nicht nur gegen seinen ehemaligen Mentor Kool Savas, sondern auch gegen die Optik Army, Bushido, Aggro Berlin und. Illmat!c. Eko warf Savas in seiner „Abrechnung" vor, er hätte Eko vom Label geworfen, weil er zu erfolgreich geworden wäre und der „King of Rap" seinen Thron in Gefahr sah. Ebenso warf er der Optik Army mangelnde Loyalität vor. Das Eko mit diesem Track einen der größten „Kriege" in Rapdeutschland auslösen sollte ahnte damals noch niemand. Es sollten für einen Winter recht heiße Wochen werden. Es folgten also unzählige Interviews der Beteiligten in Zeitschriften, TV- und Radiosendungen und Internetportalen. Jeder wollte sein Stück vom Kuchen und vom "Beef" profitieren. So blieb es dann auch nicht nur bei den Interviews, sondern es folgten diverse Diss-Tracks. Jeder schoss gegen jeden und auch vermeindlich unbeteiligte fühlten sich berufen sich zu Wort melden zu müssen. Im Laufe der Diss-Welle wurde dann auch bekannt, dass SD und Spontan, das Optik Camp verlassen hatten. Die Trennung von SD und Optik gipfelte im gemeinsamen Track „Die Bestrafung" mit Eko und Summer Cem. Dieser Track brachte den Beef auf ein neues härtesres level, da vorallem SD in seinen Parts teils heftig unter die Gürtellinie ging. (Einen guten Überblick über Tracks und Ereignisse bietet die Website www.beef-contest.de.vu.

Nachdem sich also Ercandize und Caput zur Freude vieler in die Reihe derer eingereiht hatten, die mit Gratis-Internet-Tracks den Beef vorangetrieben hatten, kam nun endlich der Höhepunkt des Battles of the Ear". Der „King of Rap" meldete sich eindrucksvoll mit dem von Melbeatz produzierten Track "Das Urteil" zu Wort. Ursprünglich wollte Savas Eko mit zwei Tracks vernichten, denn nach dem größtenteils eher sachlichen Urteil-Track sollte noch der wesentlich härtere „Untergang" folgen, doch er entschloss sich den Untergang nicht mehr zu releasen und brachte ihn später nur als Acapella auf einigen Konzerten. „Das Urteil" war für viele der Höhepunkt das Battles, nicht nur, weil Savas hierbei wohl einen seiner besten Tracks vorlegte, sondern auch die Tatsache, dass er Eko in 100 Bars ohne Hookline Zeile für Zeile auseinander nahm, machte ihn für HipHop-Deutschland zum klaren Sieger des Battles. Auch das Video war ein voller Erfolg, so gewann Savas als erster Künstler überhaupt in der Gesichte der täglichen MTV Sendung „TRL" (in der die Zuschauer täglich ihre eigenen Charts voten) das „TRL Golden Tape", da ihn die Zuschauer 20 mal auf Platz 1 gevotet hatten. Das Video war sehr düster gehalten und als Höhepunkt wurde ein Eko-Double, symbolisch für die Rap-Karriere von Eko, lebendig im Wald begraben. In der Trauergemeinde am Grabe Ekos konnte man neben den restlichen Optik Members auch Savas' jüngeren Bruder Sinan und die Ex-Beatfabrikanten Kid Kobra und Smexer bewundern. Das Eko dies nicht auf sich sitzen lassen konnte bewiesen weitere Stichelein, wie z.B. ein Savas-Double in Ekos Video zum „Intro" des German Dream Allstar Albums oder das Vorhaben auf Savas' Mixtape „Die John Bello Story", auf dem Savas neben der Optik Army, den 12 und 17 jährigen Nachwuchstalenten Dimi und Sinan und weiteren Gäste gegen Eko schossen, mit einem Mixtape namens „Fick deine Story" zu antworten.

Savas hat derzeit aber ganz andere Dinge im Kopf, denn vor der „John Bello Story", die übrigens als erstes Mixtape die Charts stürmte und auf Platz 17 landete, schien nun endlich das gemeinsame Album mit Azad unter dem Titel „ONE". Das Album war ein großer Erfolg, es stieg auf Platz 5 in die Charts ein und konnte sich 13 Wochen in den Top 60 halten. Auch die Singleauskopplungen „Monstershit" (ein hater Representer Track) und „All4ONE" (eine Botschaft an alle, immer an sich zu glauben und nicht aufzugeben) waren ziemlich erfolgreich in den Charts und bewiesen wieder einmal, wer in Deutschland das Sagen hat. Das Savas immer noch nicht genug hat zeigen seine Pläne für die nächsten Monate, in denen mit vielen weiteren Releases aus dem hause Optik Records zu rechnen ist. So stehen neben Soloalben von Savas und Ercandize, einem Optik Sampler auch ein Album von „Mighty Moe" a.k.a. „Moe Mitchell", dem neuesten Signing bei Optik Records, in der Pipeline.



ERCANDIEZE

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Optik Leutnant, Pottdog, Mücke, ABS-ler oder schlicht Ruhrpottking - Ercandize hat sich viele Titel hart verdient und erarbeitet.

Seine Karriere und sein Werdegang haben ihn durch die Höhen und Tiefen des Musikgeschäftes geführt und ihm nochmals gezeigt, worauf es im Leben ankommt...

Ercan Kocer, 1980 in Deutschland geboren, wuchs mit seinen türkischen Eltern und seinen zwei Schwestern in Wesel auf. Die Popmusik der Schwestern und die türkische Musik der Eltern bestimmten den musikalischen Alltag von Ercan, bis die Schicksalswende eintraf und er den LongPlayer „AmeriKKKas Most Wanted“ von Ice Cube für sich entdeckt hat. Auch die Musik anderer amerikanischer Künstler wie zum Beispiel Public Enemy, 2Pac und die Geto Boys haben den Jungen aus dem Ruhrpott fasziniert. Weder das Rappen auf Deutsch, noch das "Breaken" haben in gereizt, sonder einzig alleine das Bomben von Tags. So war Erc und zwei gute Freunde von den damaligen Helden der Writer-Szene Mode2, Can2 oder Atom inspiriert und fasziniert und sprühten 1993 in ihrer Heimatstadt Wesel und Umgebung was die Flaschen hergaben.

1993 bis 95 wandte sich Ercan dann doch zum Rappen und gründete mit seinem besten Freund Sedat und Daiker One die ABS-Crew. Über den Bruder von DJ Salicious lernten sie das Management von Too Strong kennen, was ihnen die Tür zur Karriereleiter öffnete. Das Team des "AntiBlockierSystems" wurde durch den Beatbastler Discopolo und seinen alten Freund Steve Frings (aka Short), der die zweite Stimme von ABS verkörpert, komplettiert. 1997 steuerten sie mit dem noch unausgereiften Track "Wahre Gesichter" ihren Beitrag zum Sampler "Hip Hop Rendezvous" und bringen 2 Jahre später ihre Erste Maxi "08-15 / Focus" raus. Diese wurde in dem HipHop-Magazin "JUICE" zu 12Inch des Monats gekürt und Mitte 99 folgte der Plattenvertrag. Es folgten Features mit Legenden wie dem Plattenpapzt, Too Strong, RAG und Roey Marquis. Sie konnten zum ersten Mal den Erfolg riechen.

"Der Ruhrpott ist unendlich..."

Danach kam die Maxi "Mathematik / Klarkomm" und die fast schon zur Allgemeinbildung gehörende Maxi "Weißt du...?" mit den hochkarätigen Featuregästen Creutzfeld & Jakob, Dike und OnAnOn. Das Album war inzwischen schon lange fertig. Wegen Probleme und wechseln der Plattenfirma erschien endlich Anfang 2001 das heiß erwartete Debüt-Album der Jungs aus Wesel. Mit ihrem Schlachtruf "Bockum, Bockum" und Ruhrpott-typischen Sound stürmten sie die Charts und landeten mit "Kinderspiel - Leichter getan als gesagt" unerwartet auf Platz 46. Ein Bahnbrechender Erfolg für die 21 Jährigen und so reihten sie sich in die Liste der legendären und bis heute noch geliebten Pott-Crews ein. Too Strong, Creutzfeld & Jakob, OnAnOn, RAG und die Pottpoeten sind nur einige Namen.

Der Start einer großen Karriere könnte man meinen... war es aber nicht. Aufgrund ihrer Blauäugigkeit haben die Jungs einen unvorteilhaften Vertrag unterschrieben, worauf die Trennung von Uprock Records und BMG folgte. Anwälte, Stress - Ercan musste das Auf und Ab des Musikgeschäft am eigenen Leib erfahren. Darauf wurde ABS erst mal auf Eis gelegt und die Vier gehen erstmal ihre eigenen Wege. So war er oft in Franfurt und recordete mit Leuten wie Roey Marquis, Jonesmann, Illmat!c und DJ Release.

Doch alles sollte sich ändern als im Winter 2001 Ex-Optiker Eko Fresh Ercan anruft und ihm zum Videodreh nach Gladbach einlädt. Savas war natürlich auch vor Ort und der junge Türke aus dem Ruhrpott gab dem King Of Rap einige neue Tracks mit. Zum ersten Mal hörte er von Savas 1998, traf ihn hin und wieder mal, wie zum Beispiel in Frankfurt bei Aufnahmen mit Roey Marquis oder bei Savas Auftritten im Ruhrpott. Herr Kocer glaubte damals nicht, dass der Berliner Battlestyle von Savas mit dem ABS-Sound harmoniert und so passierte erst mal ein Jahr gar nichts. Doch dann meldete sich Savas und wollte neue Rhymes von ihm hören. Das Interesse an Erc wurde nicht zuletzt durch die Empfehlung und der massiven Mundpropaganda von Eko und Illmat!c ausgelöst.

"Ich habe nicht vergessen wo ich herkomme."

So fuhr Ercan nach Berlin und beide harmonierten miteinander. Die beiden verstanden sich prächtig und direkt wurden erste Lines gedropt und Tracks aufgenommen, unter anderem für Nicons Mixtape "Optische Elemente 2". Die Zusammenarbeit verlief bestens und Ercan wurde offiziell bei Optik Records gesignt. Kurz darauf folgte Ercandizes "Willkommen im Dschungel" EP, zeitgleich mit SDs und Caputs EPs am "Optik Day". In der EP rechnet er mit seinen Erfahrungen vom Musik-Business (dem Dschungel) ab und erzählt in dem Track "Ghettostar" aus seiner Vergangenheit. Die Beats stammen fast ausschließlich vom ABS-Kollegen Discopolo. Ercans Platte wurde die erfolgreichste der drei EPs und "Big Erco" wurde wie die anderen zwei neuen Optik Artist fester Bestandteil der Optik Army. Dazwischen war er noch mit Caput in Ekos Crew "Anti Garanti", die diese aber nach kurzer Zeit freiwillig wieder verlassen haben. Musikalische und anscheinend doch auch interne Auseinandersetzungen führten dazu, dass Eko Fresh Optik Records verlies und Ercandize galt als neuer Backup MC von Kool Savas. In küzester Zeit zeigte Ercan ,dass er kein Back Up MC mehr war, sondern ein ebenbürtiger Partner auf der Bühne. Es kam immer wieder zu gemeinsamen Tracks mit seinem alten ABS-Partner Short und Discopolo produziert bis heute noch viele Beats speziell für Ercan. Vorausschauend hat er nicht auf der faulen Haut gelegen, sondern in seiner zweiten Heimat Bochum sein Wirtschaftsstudium abgeschlossen.

Savas: "Erc verliert am Tag 5 mal den Schlüssel, 10 mal die Brille und 3 mal das Portmonee

...und Erc isst sehr langsam"

In der langen Zeit bei Optik sind Savas und Erc richtig große Freund geworden und auch zwischen Amar und Ercandize ist eine besondere Freundschaft entstanden. Eine richtige Optik-Family. Nebenbei releasete Erc über tausend Mixtapes, veröffentlichte im März 2006 sein Streetalbum "La Haine - Sie nannten ihn Mücke" als Vorgeschmack für sein kommendes Debüt-Album, gründet sein Label "Assazeen", dass einzige Label im Pott (u.a mit Lakmann, Bashar, Brenna und Desaster) und bald wird er mit seinem Soloalbum "Verbrannte Erde" zeigen was Phase ist. Wenn er es bis jetzt noch nicht getan hat….




MELBEATZ

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Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau. Jemand, der die Strippen zieht, während der männliche Reprä-
sentant das Reden erledigt.
Das war bei den Königen der Vergang-
enheit so, und das ist bei Melbeatz und ihrem „King of Rap“ Kool Savas nicht anders. Hier ist es das Fundament, die Beatbasis, für die Melanie Wilhelm in den letzten Jahren verantwortlich zeichnete, während ihr langjähriger Freund Savas Yurderi ihre rhythmischen Vorgaben um seine unnach-
ahmlichen Reime ergänzte. Die hoch gechartete „Haus & Boot“-EP (2001) ist so ebenso durch ihre produzierenden Hände gegangen, wie Savas´ Top-Ten-Album „Der beste Tag meines Lebens“ (2002) und Eko Fresh´s Smash-Hit „König von Deutschland“, aber ins Rampenlicht ge-
führt haben sie ihre veredelnden Fähigkeiten noch nicht. Nicht als Person hinter den Reglern und erst recht nicht als Frau.

Auf diesem Tätigkeitsfeld kannte man bislang eigentlich nur Missy Elliott. Und wird Melanie deshalb gefragt, warum nur so wenige Frauen HipHop auch produzieren, hüllt sie sich in spöttisches Schweigen: „Nicht schon wieder die Frauen-Frage!“. Es ist eben, wie es ist.
Das Rüstzeug für diesen Ausnahmefall hat Melbeatz von ihrem Freund bekommen. Der hatte einen Sampler mit nach Hause gebracht, der nicht nur Mel´s Neugier herausforderte, sondern auch ihre verborgenen Talente zum Tragen brachte. Bereits 1997 gibt´s den ersten Beat auf Tape, ein paar Veröffentlichungen später auch die Gewissheit, dass hier - und nicht im Realschulabschluss - ihre Zukunft liegen könnte. Vielleicht, weil man gerade als produzierende Frau die Aufmerk-
samkeit auf sich lenkt. Mit Sicherheit aber, weil ihre Produktionen anders klingen, als der Rest aus deutschen Landen. Einen Melbeat erkennt man sofort, was möglicherweise an der einzigen wirklich weiblichen Eigenschaft liegt, die man ihren Produktionen zusprechen kann: Ihrer Neugier.
„Ich mache mich einfach nur locker. Schließlich habe ich nur aus Neugierde angefangen und einfach drauf los gemacht. Ich wollte ja eigentlich Grafikerin werden und nicht Produzentin. Deshalb gebe ich wahrscheinlich einen Fick drauf, wie sich der momentane HipHop-Sound anzuhören hat. Viele wollen unbedingt den neuen Neptunes-Sound machen oder Lil´ Jon. Ich will etwas machen, das neu ist.“

Deshalb jetzt auch das Album „What´s Really Good“, das eigentlich ihre erste eigenständige Eintrittskarte für den deutschen Markt werden sollte, möglicherweise aber bereits das Ticket bis in die USA bein-
haltet. Der internationalen Qualität ihrer Produktionen wegen genauso, wie dank der Unzahl höchst prominenter Gastfeatures: Kanye West, Mobb Deep, die Alkoholiks, O.D.B. oder Thirstin Howl (um nur einige zu nennen) haben sich alle einen höchst eigenständigen Beat der Künstlerin gepickt. Und ihre Reaktion auf die gebürtige Berlinerin hinter den Reglern war fast immer gleich: „Die kennen ja auch in den USA kaum ein Mädchen, das produziert. Hinzu kommt, dass ich weiß bin und aus Europa komme. Das hat sie zunächst schon alle über-
rascht, aber letztlich fanden sie das alle sehr geil. Und beim dritten Aufeinandertreffen wird man dann schon lockerer und alles läuft freundschaftlicher ab.“

In Deutschland hat sie, nicht erst seit ihrem Titel als „Produzent des Jahres“ (JUICE-Awards 2003), sowieso die freie Auswahl. Was nicht nur Features von Xavier Naidoo, Curse, Olli Banjo oder Azad zur Folge hat, sondern auch ungewöhnliche Kombinationen wie jene von Beginner Eißfeldt mit Mia-Sängerin Mieze. Und dass hier auch schein-
bar Unmögliches möglich gemacht wird, belegt die erste Single „O.K.“, die nach ihrer Ankündigung die nationalen HipHop-Foren schier zum Bersten brachte. Die zwei unbestreitbar besten MCs Deutschlands finden sich hier trotz Beef-Kolportage zum alles niederbrennenden Pas de Deux: Kool Savas und Samy Deluxe! „Klar war es mal nötig, die zwei Allerbesten auf einem Beat zusammenzubringen“, erzählt Melanie. „Aber der Track ist auch als Stinkefinger Richtung Internet-Theoretiker zu verstehen. Die Leute sollen gar nicht denken, dass sie irgendwas wissen, nur weil die Gerüchteküche brodelt und brodelt. Es kotzt einen voll an, wenn Leute, die nichts mit einem zu tun haben, glauben, alles zu wissen.“ Deshalb ist der Track, auch wenn Melbeatz so eine Heraushebung eigentlich „scheiße“ findet, einer ihrer Favou-
rites auf „What´s Really Good“, das die Antwort auf die Titelfrage gleich 17 Tracks stark selber gibt: „Das geht für Deutschland nicht zu toppen, die nächsten Jahre nicht.“ Das ist nicht „scheiße“, Melanie, das ist die Wahrheit. Es sei denn, dein nächstes Album löst die hier abgegebenen Versprechen auf einem kaum vorstellbaren noch höheren Niveau ein. Schließlich stehen auf der Wunschliste auch noch Leute wie Nas und Mary J- Blige.
Und aus deren Mund wird ein fettes „Optik Boom“ den Stellenwert nur noch unterstreichen, den das junge Label Optik Records, und mit ihm „Herz“ und „Hirn“ Melbeatz und Savas, mittlerweile auch international eingenommen haben.



CAPUT

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Caput aus Iserlohn - verzweifelt gesucht. So oder so ähnlich lautete im Frühjahr 2003 ein Aufruf auf der Internetseite von Optik Records. Dem Label war die CD eines bis dato unbekannten Rappers zu-
gesandt worden, auf der sich 25 Tracks befanden. 25 Tracks, die ausgereicht haben müssen, den bekanntlich alles andere als unkritischen Labelchef Kool Savas vom Talent des anonymen Künstlers zu überzeugen. Leider fehlten auf der CD jegliche Hinweise auf Kontaktdresse oder Telefonnummer. Lediglich der Name des Rappers prangte in dicken Lettern auf dem Tonträger: C-A-P-U-T. Der hatte die Aktion mit der Demo-CD gedanklich schon zu den Akten gelegt und war von der späten Resonanz angenehm überrascht. „War schon heftig, ich hab nicht damit gerechnet, ganz ehrlich. Das war sechs Monate nachdem ich die Tracks hingeschickt hatte. Meine Homies haben mich drauf hingewiesen. Dann kam ich rüber nach Berlin und hab angefangen, meine Sachen zu machen.“ So landet man bei Optik. Klingt wie ein Märchen, womöglich ein türkisches.

Seine Sachen hat Caput auch schon vorher gemacht, mit bemerkens-
werter Konsequenz und Zielstrebigkeit. Im April 1983 in Iserlohn bei Dortmund geboren, wächst der Jüngste von drei Brüdern in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Vater verdient das Brot für die Familie als Taxi-
fahrer. Caputs erste Leidenschaft wird das Breakdancen. „Ich bin 100% ehrgeizig und versuche immer, 100% zu geben. Ich hab immer Schule geschwänzt und statt den Schulsachen Tanzsachen mit dabei gehabt. Wir haben uns morgens auf der Straße getroffen und Styles geübt, weil das Jugendzentrum erst um drei öffnete - wegen den Schulschwänzern.“ Dass die Schule unter derlei ausgeprägtem Engagement leidet, scheint eigentlich logisch. Trotzdem macht Caput den Realschulabschluss und absolviert anschließend eine dreijährige Ausbildung im Hotelfach-
gewerbe. 100% ehrgeizig eben. Aber nicht nur das: „Ich bin ein sehr familienbezogener Mensch. Ich bin nicht voll der Strassensoldier. Ich prügle mich schon, aber ich bin eher der Typ, der an die Zukunft denkt. Darum hab ich auch das mit der Ausbildung gemacht, damit immer ein Weg da ist um Geldzumachen.“

Inzwischen hat er auch - unter dem Einfluss seines mittleren Bruders - das Rappen für sich entdeckt. „Ich war nie so richtig hinterher, was deutschen HipHop angeht. Was im Fernsehen kam, hat man eben mitbekommen. Es ging mir darum, einfach Mucke zu machen und mich nicht von deut-
schen Rappern beeinflussen zu lassen.“ Stattdessen bildet er zusammen mit Homies eine Rapgemeinschaft und nennt sie Eye4Eye Gangsta-
tainment.
Man baut kleine Studios auf und hilft sich Gegenseitig. "So konnte ich auch auf eigene Faust 25 Tracks Aufnehmen, ohne irgendwas zu unterschreiben."

Überflüssig zu erwähnen, welcher US-Rapper ihn stattdessen am meisten inspirierte. Es braucht nicht allzu viel Beobachtungsgabe um darauf zu kommen, dass Caput neben der lateinischen Bedeutung „Kopf“ (im übertragenen Sinne auch „Anführer“) nichts anderes ist als die Um-
kehrung von Tupac.
„Tupac ist für mich der größte Rapper, der je gelebt hat. Jeder deutsche Rapper hat doch amerikanische Vorbilder, die man schnell raushört. Das sollte man gar nicht verleugnen, sondern einfach offen zugeben und somit den fälligen Respekt geben.“ Wer oder was soll Caput noch aufhalten? Er ist weit davon entfernt, einer der bemitleidenswerten Möchtegern-Tupacs aus einer westdeutschen Kleinstadt mit drei übereinander gebundenen Bandanas auf dem hohlen Schädel zu sein. „Sonst säße ich bestimmt nicht hier im Optikbüro.“ Was (nicht nur) er im deutschen Rapgame vermisst, sind vor allem Charaktere. Das deutsche Rapgame braucht Leute, die auch mal das Maul aufreißen, weil sie wissen, das durch ihre Leistung auch erfüllen zu können. Leute, die ihr Ding kompromisslos durchziehen, ohne sich um Neider oder Kritiker zu scheren. Leute wie Caput eben. Der intelligente, selbstbewusste Türke geht seinen Weg unbeirrt, von ungeschriebenen Gesetzen der deutschen HipHop Szene lässt er sich nicht im mindesten beeindrucken. „Die Unterschätzten werden immer den Überraschungseffekt haben, weil keiner damit rechnet."



AMAR

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Optik Records machen Träume wahr.
„Ich wollte nie groß ein Star werden.
Das einzige, was mich interessiert hat, war, dass Savas und Azad das, was ich mache, anerkennen.“, sagt Amar über seine Ziel-
setzung als Rapper, damals in Müllheim nahe Freiburg, wo er von der Öffentlichkeit weitestgehend unbeachtet Tracks produ-
zierte. Heute ist Amar Teil von Savas’ Optik Army und ein Traum ist buchstäblich über Nacht Wirklichkeit geworden.

Dabei hatte Amars Weg nicht allzu vielversprechend begonnen. Mit sieben Jahren kommt er 1990 kurz nach dem Sturz Ceaucescus mit seinen Eltern aus Transsylvanien/Rumänien nach Deutschland. Schon vor der Revolution hatten diese darauf hin gearbeitet, Draculas Heimat Richtung gelobtes D-Mark-Land zu verlassen. Nach Stationen in ver-
schiedenen Asylantenheimen in Süddeutschland kommt die Familie schlussendlich nach Müllheim, wo sie schließlich eine Wohnung bekommen.

Amar stellt der Ortswechsel vor einschneidende Veränderungen. Die deutschen Kinder in der Schule scheinen allesamt kleine Prinzen und Prinzessinnen zu sein, die in riesigen Schlössern mit Marmorfußboden wohnen - zumindest verglichen mit Amars eigenen sozialen Umständen. „Das war voll der Film für mich“. Diese wohlbehütete Welt in der 25.000-Einwohner Stadt ist nicht die von Amar, trotzdem ist Müllheim für ihn ein ganz besonderer Ort, der geilste Platz in Deutschland, wie er sagt. Seitdem er 12 Jahre alt ist, verbringt er fast seine gesamte Freizeit beim Sport. Er probierte so ziemlich alles aus, was man im Verein ausüben kann. Aber auch wenn er gerade nicht zum Training muss, findet man ihn selten zuhause. Eigentlich gar nicht, wenn er nicht gerade isst oder schläft, die meiste Zeit ist er draußen unterwegs.

Mit 15 lernt er seinen bis heute besten Freund Özgür kennen, der für Amar so etwas wie sein großer Bruder wird. Dieser motiviert ihn auch bei seiner neusten Sportart: Dem Rappen. Über einen Skaterfreund war Amar auf Mobb Deep gestoßen und entdeckte seine Leidenschaft für den New York Street Rap der mittleren Neunziger Jahre, Nas, O.C., CNN, MOP, Big L. Da nie wirklich des Englischen mächtig üben die Sachen eher stylistischen, technischen denn textlichen Einfluss auf ihn aus. Von den deutschen Sachen gefällt ihm zunächst höchstens Samy, doch irgend-
wann turnt ihn alles so ab, dass er ein dreiviertel Jahr weder deutschen Rap hört noch selbst fabriziert. Den Wendepunkt stellt der Release von Azads „Napalm“ und Savas’ „LMS“ dar - Amar ist wieder motiviert und legt jetzt erst richtig los. Auf seinem PC produziert er fleißig Tracks und rappt darauf, eigentlich nur für sich und seine Jungs sowie in der unbestimm-
ten Hoffnung, eines Tages von Azad oder Savas erhört zu werden - siehe oben.

Seinen Eltern zuliebe quält er sich durchs Gymnasium, obwohl er nie ernsthaft vorhat, einen normalen Beruf auszuüben. „Rap und Sport war immer das einzige, das mich interessiert hat.“ 2002 reicht es ihm aber endgültig und er bricht die Schule ab. Wegen seiner Sportleidenschaft sowie dem verlockend hohen Einstiegsgehalt zieht es ihn zur Bundes-
wehr. Alles ist schon geregelt, da stößt er im regionalen Veranstaltungs-
kalender auf eine Anzeige, in der die Cypher 3- Jungs, zu denen etwa Korrekt Technique gehören, Rapper für einen Sampler aus der Region suchen. Amar kommt, ist das erste Mal in einem richtigen Studio, pickt Beats und bekommt sogar einen Vertragsdeal, aufgrund dessen die Bundeswehr zum Glück auf ihn verzichtet.

Von nun an geht alles recht schnell. Über die Cypher 3 Leute lernt Amar zunächst DJ Nicon, dann Savas persönlich kennen. An seinem 20.ten Geburtstag fährt er das erste Mal nach Berlin und nimmt Tracks auf, die schließlich auf dem „Optische Elemente 2“- Tape von Nicon landen. Amar wird ein Optik Soldier und lernt obendrein durch die Vermittlung von Savas auch noch sein zweites Vorbild Azad kennen.
Trotz des berauschend schnellen Aufstiegs in die hohen Sphären des Rapgames bleibt Amar auf dem Teppich. Er wohnt weiter in Müllheim und hofft, mit seinen zu erwartenden Einkünften erst mal seiner Familie helfen zu können. Ein weiterer Traum, der mit freundlicher Unterstützung von Optik Records in Erfüllung gehen dürfte.



DJ NICON

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DJ Nicon, auf den Bühnen der Repu-
blik stärkt er Kool Savas seit 5 Jahren auf über 4 Deutschland-Touren den Rücken, und auch als Club-DJ hat er sich mittlerweile durch seine Club-Touren einen grossen Namen ge-
macht.
Neben vielen Club-Dates in Deutsch-
land, Österreich und der Schweiz ist
er auch seit 2001 Resident-DJ des Leipziger Clubs "Bounce87".

Doch auch für die "Big Playaz" durfte er schon an den Plattentellern stehen, und legte so auf den offiziellen Aftershowparty´s von Eminem in Hamburg, Busta Rhymes, 50 Cent und Kanye West in Berlin und Leipzig auf.

Sein Motto: „Die Leute sollen tanzen, ob zu aktuellen Hits oder Klassikern, alle sollen Spaß haben“...eben ein „optischer" Club-DJ.



Franky Kubrick

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Im Jahr 2003 sorgt Franky Kubrick aka. Karibik Frank mit der Snoop Dogg/Pharell-Parodie "Du Blutest Voll" für einen regelrechten Downloadhype bei Rapfans. Ein Erfolg, auf den Frank Werner, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, lange hingearbeitet hat.
Um an seinen Skillz zu feilen, zieht der gebürtige Saarländer in die Deutschrap-Metropole Stuttgart. Nach eigenen Angaben war es die Stadt, die seinen innovativen Style, der Hip Hop mit R'n'B auf hoher Ebene vermischt, formte. 2000 wird er von dem Massive Töne-Label Kopfnicker Recors unter Vertrag genommen. Nach Eimsbush-Vorbild werden hier die Rapper der zweiten Garde gesignt, um unter den Fittichen der 'Großen' ihren Style auszuarbeiten. 2001 erscheint die EP "Psychisch Frank". Der ehemalige Juice-Chef Chris Aruhn bezeichnet Franky Kubrick später ähnlich seinem Namensgeber als Perfektionist und gesteht ihm hervorragende Freestyle-Skillz zu.
Erstaunlich ist auch das Ansehen, das der junge Stuttgarter im deutschen Biz hat. Neben guten Kontakten zu den Fourmusic-Mitgliedern gibt es auch Respect an MC Rene, Spax, FlowinImmo, D-Flame, Xavier Naidoo, Savas und Toni L. Genre- und Städteübergreifend, eher ungewöhnlich fürs Rapgame. Selbst Sido von der Sekte, der nicht gerade bekannt dafür ist, über den Westberliner Tellerand hinauszublicken, arbeitet 2003 mit Kubrick zusammen. Das Ergebnis dieser Session findet sich leider auf keinem Album wieder.

Nach dem Achtungserfolg mit "Du blutest voll" muss Kubrick ein Album nachlegen, um nicht als raptechnischer Weird Al Yankovic abgestempelt zu werden. Ein Angebot zu einem reinen Coveralbum lehnt er aus diesem Grund ab. Gemeinsam mit seinem musikalischen Wegbegeleiter Fetsum, der immer mal wieder soulige Hooklines beisteuert, wirft er im Jahr 2004 mit "Rücken Zur Wand" ein hervorragendes Debüt auf den Markt, auf dem sich sarkastische Burnertracks und deepe Balladen abwechseln.

Doch die Zusammenarbeit mit Fourmusic läuft nicht reibungslos ab. Er trennt sich vom Label und erweitert seinen Bekanntheitsgrad zunächst als Support des ehemaligen Freundeskreis-MC Max Herre bei dessen Deutschlandtournee. Auf der Echoverleihung 2005 macht der Wahlschwabe enormen Eindruck bei einem Backstage-Freestylebattle. Für Kool Savas, auch jemand, der immer seinem Instinkt gefolgt ist, reicht das aus, um Kubrick unter Vertrag zu nehmen. Zurecht, wie sich herausstellt: Im Juni 2006 kommt mit "Mein Moneyfest" ein hervorragender Zweitling in die Läden und bereichtert den Output von Optik Records um einen themenfixierten Meilenstein.
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